Komfortabler Dateimanager mit vielen Funktionen

Tschüs Tabbie

By Sven on 08.03.2010 - 14:15 in Software

Beim Thema Internetbrowser bin ich ein ziemlich schwieriger Fall. Der Internet Explorer war bis zur Version 6 mein Favorit. In dieser Zeit gab es für ihn auch mehrere Aufsätze mit Tabbed Browsing (Maxthon, Avant Browser), die mir aber zu bunt und teilweise auch zu überladen waren. Mein Wunsch war ein Tabbed-IE, der von der Menüstruktur und der Oberfläche wie der Internet Explorer ausschaut und sich auch so bedienen lässt – nur halt mit Registerkarten.

So entstand im Sommer 2003 mein eigener Browseraufsatz unter dem Namen Tabbie. Ich wollte das Programm eigentlich auch veröffentlichen. Aber schon im Betatest stellte sich heraus, dass sich meine Ansprüche von denen der Tester unterschieden. Ich wollte einfach nur einen einfachen getabbten IE mit Mausgesten und keine Software, die funktionell mit den anderen Browseraufsätzen konkurrieren kann. So hatte Tabbie nur eine kurze halböffentliche Lebensphase und blieb trotzdem mein Standardbrowser.

Zwischendurch habe ich immer wieder über den Tellerrand geschaut. Firefox hatte lange Zeit Probleme, sich angemessen in die Windows-Umgebung einzufügen. Der Internet Explorer kannte ab der siebten Version zwar auch Tabs, die neue Oberfläche konnte mich aber auch nicht begeistern. Dazu kam der Zwang, ständig alle Lesezeichen mit FavIcons präsentiert zu bekommen. Jeder Webseiten-Anbieter möchte seine Seite mit einem FavIcon besonders hervorheben. Allerdings bezweifle ich, dass dies noch im Zusammenspiel mit 10 anderen Symbolen im gleichen Menü Wirkung zeigt. Auch hat man als Anwender keinen Einfluss auf diese Symbole und muss nehmen was kommt. Ich habe keine Möglichkeit gefunden, diese Funktion im Internet Explorer zu deaktivieren.

Opera war immer mein heimlicher Favorit, hatte aber in meinen Augen einen großen Makel.  Es war ziemlich umständlich, mal temporär aufgerufene Adressen aus der Adressliste zu bekommen. Für mich ist die Adressliste eine Art von täglichen Favoriten und daher auch nicht besonders lang. Andere einmalig aufgerufene Seiten müssen da nicht unbedingt drin bleiben.

Seit einer knappen Woche teste ich die neue Version 10.5 von Opera und bin schwer begeistert. Die Einbindung in Windows 7 ist von den Sprunglisten bis zur Tab-Vorschau in der Taskleiste sehr gut gelungen. Auch die Oberfläche fügt sich toll in Aero ein. Einträge in der Adressliste lassen sich per Mausklick schnell löschen, die Liste selbst wird sehr elegant gezeichnet. Ein optisches Highlight ist auch die Markierung des aktuellen Treffers beim Durchsuchen einer Seite.

Das alles ist Grund genug, Tabbie nach knapp sieben Jahren nun endlich in den verdienten Ruhestand zu schicken. Ab sofort ist Opera mein neuer Standardbrowser.

Es gibt 9 Kommentare zu diesem Beitrag

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  1. widestone sagt:

    So isses. 😀

    (Wenn nur mehr Leute erkennen würden, dass fast alle Neuerungen zuallererst bei Opera auftauchen und dann per AddIn oder so für andere Browser “neu erfunden” werden. Besonders lustig finde ich auch immer die “Firefox-Jünger-Aussage”, dass man bei Opera keine Funktionen per AddIn nachrüsten kann. Die Frage nach “fehlenden Funktionen” in Opera kann dann bloss immer keiner beantworten und auch das Argument, dass ein geschlossenes Ganzes viel weniger Inkompatibilitäten und Sicherheitslücken aufweist wird von vielen anscheinend überhaupt nicht verstanden.)

  2. Willi sagt:

    Willkommen in der Gemeinde!

    Ich selbst surfe seit Version 5 gelegentlich und seit Version 7 fast ausschließlich mit Opera. Einziges Problem waren ab und an die für den IE “optimierten” Sites. 🙁

    Version 10.5 ist zwar (aus politischen Gründen?) zuletzt sehr schnell und noch nicht ganz ausgereift raus in die Welt geschubst worden, nach meiner Erfahrung werden die Kinderkrankheiten aber in den nächsten Tagen bzw. Wochen behoben sein.

  3. Uwe sagt:

    Google Chrome 5 ist zurzeit mein Liebling.

  4. Hallo,

    Ich bin ein Multibrowser Mensch.

    Wobei mein Favorit ist und bleibt bis jetzt der Firefox wobei der Neue Opera schon langsam besser wird.

    Aber zwischen durch Browse ich auch mit IE 8 (ganz selten – wegen Windows-Updates), Opera 10.5 (Windows/Linux) , Safari 4 (Windows), Google Chrome 5 (Windows/Linux), Konqueror 4 (Linux).

    Ich denke jeder sollte den Browser nehmen den er Gut findet.

  5. Steve Holt! sagt:

    Im Jahr 2010 muss ich sagen, dass es DEN schlechten Browser doch gar nicht mehr gibt. Der IE (wobei ich sowieso nur 8 zähle) ist zwar nach wie vor etwas das man besser meidet, aber die “3 großen Browser” – nämlich Firefox, Opera und Chrome – sind (natürlich in ihren aktuellen Versionen – damit nicht jemand meint ich zähle Chrome 4 ohne Cookie Kontrolle dazu) alle absolut modern. Wer seinen Browser maximal individualisieren möchte (oder muss) nimmt Firefox, wer daran einen geringeren Bedarf hat und einfach nur einen schnellen Browser will nimmt Opera und User, die abseits davon was wollen, nehmen Chrome.
    Ich hätte noch vor 3-4 Jahren nicht gedacht das Browser so schnell so gut werden würden und das die Auswahl zwischen verschiedenen guten Browsern so groß sein würde.

  6. hanni sagt:

    Ich als IE Fan muss gestehen das ich auch zur Zeit bei Opera 10.5 bin doch habe ich leider noch ein paar kleine Abstürze. Schade auch das der Downloadmanager vom Technet nicht im Opera läuft. Gerade das Design vom IE kann ich einfach nicht mehr sehen. Vielleicht passiert ja mal mit dem 9er ein Wunder.

    Finde es mal wieder sehr interessant, dass du dir selbst einen Browser gestrickt hast 🙂

    Sag mir bescheid wenn du den SC auf Android bringst!

  7. Patrick Schriner sagt:

    Im (ersten ?) .NET SDK war ein Help Browser, der natürlich auf dem IE basierte und Tabs hinreichend gut kannte.

    Ich benutze Opera seit Version 3. Bezahlt habe ich mehrfach, imho eine gute Investition. Bei “zickigen” Seiten dann Chrome, FF, oder IE. Wer Probleme mit 10.5 hat, dem sei der im Developer Blog verfügbare Snapshot empfohlen, zumindest mein Problem, daß er mir meine Bookmarks zerlegt hat, bin ich damit los geworden.

    Zum Entwickeln führt zZ kaum ein Weg an Firefox vorbei – aber ich denke gerade Chrome könnte da auf Dauer noch was leisten.

    Die derzeitige Browserentwicklung profitiert sehr von der wieder herrschenden Konkurrenz – selbst der IE entwickelt sich zu einem brauchbaren Browser.

  8. Ren sagt:

    Ich empfinde auch den Opera 10.50 als eine ernst zu nehmende Alternative. Seit der ersten kostenlosen Version beobachte ich den Opera, und seit dem habe ich dann doch immer wieder zum FF gegriffen. Auf meinem USB-Stick hat der Opera aber jetzt endlich den FF abgelöst, insbesondere weil der Opera halt von sich aus schon fast fertig ist und nicht mehr viele Funktonen nachgerüstet bekommen muss, und er sich auf meinem System 10 mal schneller anfühlt. Warum man es aber mit dem IE bis vor kurzem noch ausgehalten haben kann, das erschließt sich mir nicht.

    Ich bin froh, dass es auf dem Browser-Markt im Moment heiß her geht, das kann jedem einzelnen Browser nur gut tun.

  9. Eric sagt:

    Ich nutze schon seit Version 8.5 Opera (sogar gekauft). Er hatte schon von Haus aus alles drin was ich mit Firefox erst per AddIn nachrüsten musste, wie konsequent ALLE Tabs im gleichem Fenster zu öffnen, ein brauchbarer Downloadmanager, Mausgesten, und eine MS-konforme Bedienung.

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