Komfortabler Dateimanager mit vielen Funktionen

Bevormundung der (tele)komischen Art

By Sven on 25.02.2005 - 22:59 in Alltägliches

Gestern wurde der Telefonanschluss meiner Mutter auf ISDN umgestellt. Eigentlich wollte sie ja einen DSL-Anschluss, die hochmodernen Glasfaserkabel der letzten Meile machten dies aber leider unmöglich. Wer sich einmal mit einem analogen Modem und 28000 kbps durch das heutige Internet bewegt hat, der wird mir bestätigen, dass dies nicht wirklich ein Vergnügen ist. In diesem Fall ist auch ISDN mit 64000 kbps schon ein großer Fortschritt.

Die Umschaltung selbst erfolgte völlig problemlos, als kleine Telefonanlage und ISDN-Modem kommt eine Eumex 220 PC zum Einsatz. Die neuen Rufnummern wurden anscheinend völlig automatisch in die Eumex eingetragen, nach dem Anstecken des Telefons klappte das Telefonieren samt Rufnummeranzeige ohne weitere Konfiguration.

Mit dem Einspielen der Software wurden in Windows XP zwei ISDN-Modems eingerichtet, das Einrichten einer neuen DFÜ-Verbindung war auch schnell erledigt. Die analoge Einwahl erfolgte bisher immer über Tele2, also fix die 0 19 36 844 samt Benutzernamen und Kennwort eingetragen. Nach dem Wählen kam die Meldung: „Fehler 678. Die Verbindung konnte nicht hergestellt werden, weil der Remotecomputer die Verbindungsanforderung nicht beantwortet hat.“ Funktionierten die ISDN-Modemtreiber etwa nicht richtig oder war ein falsches Protokoll eingestellt? Nach intensiver (telefonischer) Überprüfung konnte das aber ausgeschlossen werden. Zum Test wurde eine Verbindung zu T-Online mit der Zugangsnummer 0 19 10 11 eingerichtet und die Benutzerdaten mit Dummywerten gefüllt. Nach dem Wählen kam die von T-Online erwartete Fehlermeldung, dass die Anmeldedaten nicht verifiziert werden konnten. Dies zeigte, dass technisch zumindestens alles in Ordnung war.

Die Daten der T-Online-Verbindung wurden wieder durch die Tele2-Daten ersetzt, aber erneut zeigte sich Fehler 678. Hatte Tele2 vielleicht unterschiedliche analoge und digitale Einwahlnummer? Ein Anruf bei der Tele2-Hotline erbrachte die Bestätigung, dass es nur eine Einwahlnummer gibt. Die zwei neuen MSN wurden sicherheitshalber auch noch bei Tele2 eingetragen, und nach spätestens zwei Stunden sollte die Einwahl klappen. In der Zwischenzeit suchte ich über onlinekosten.de alternative Call-by-Call-Zugänge zum Testen heraus. Gleich der erste Zugang der Firma a c n über die Rufnummer 0 19 19 32 34 funktionierte wieder. Der anschließende Test über Tele2 brachte aber erneut keinen Erfolg. Auch der Versuch über MSN Easysurfer mit der Rufnummer 0 19 36 70 schlug fehl.

Eine Suche über Google brachte dann den Tip, doch einmal in die Sperrliste der Eumex zu schauen. Das taten wir dann auch und mussten erstaunt feststellen, dass dort neben der 0190 auch die 0192 und 0193 eingetragen war. Alle Call-by-Call-Zugänge, die nicht funktionierten, fangen mit 0193 an, T-Online und ACN beginnen dagegen mit 0191. Kein Wunder, dass der Remotecomputer nicht reagierte, er wurde ja auch überhaupt nicht gefragt. Erwartungsgemäß funktionierten alle Call-by-Call-Zugänge nach dem Löschen der 0193-Sperre wieder.

Es ist ja durchaus begrüßenswert, dass die Telekom sich um die Abzocke der Kunden über Dialer und teure Hotlines besorgt zeigt und die 0190-Vorwahlen per Vorbelegung sperrt. Allerdings ist es schon recht unverschämt, dass ohne jeden Hinweis pauschal auch gleich die Einwahlnummern der Mitbewerber gesperrt werden. Dieser Hinweis sollte natürlich auch für die 0190-Vorwahlen erfolgen, denn viele Hotlines gehen heutzutage nun einmal über die 0190. Das hätte uns einiges an Aufregung und Telefongebühren erspart.

Es gibt einen Kommentar zu diesem Beitrag

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  1. Eric sagt:

    Ja, damit hatte ich auch schon so meinen Spaß, diese Sperre hat mich einige Zeit gekostet…
    Kommentar des Telekomikers als ich nach dem Sinn der Sperren (ausser der 0190) fragte: „Das ist vom Hersteller der Anlage so vorprogrammiert“ und hat natürlich rein gar nichts mit einer absichtlichen Blockade der Mitbewerber zu tun…

    gruß

    eric

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