Die Geburt vom SpeedCommander erfolgte im Februar 1993. Windows 3.1 hatte sich damals durchgesetzt, aber für Dateioperationen wurde immer noch der Norton Commander oder die Shareware-Alternative DCC verwendet. Für fast alles gab es entsprechende Windows-Programme, nur für die Dateiverwaltung war keine Alternative in Sicht. Also entstand die Idee, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Programmiertechnische Erfahrungen mit Turbo Pascal für Windows hatte ich bereits, das erste richtige Programm war damals eine Verwaltung für meine doch recht umfangreichen Audiokassetten.
Meine Freunde (Carsten Krugenberg, Alexander Möckel und Torsten Gütt) an der TU Ilmenau standen der Idee eines Dateimanagers anfangs aber doch recht skeptisch gegenüber. Also nutzte ich die Semesterferien und bastelte an einem Commander-Ersatz. Zum Semesterbeginn im April 1993 hatte ich dann etwas vorzeigbares und das begeisterte auch meine Kommilitonen. Der Name 'SpeedCommander' entstand dann wahrscheinlich in einem unserer vielen Brainstormings.
Im Mai 1993 war die erste Version fertig. In der DOS (dem früheren PC-Magazin) stand zu diesem Zeitpunkt ein Artikel über Shareware und den DCC. Zu lesen war von 1000 Registrierungen - damit war klar, dass der SpeedCommander auch als Shareware vertrieben werden sollte. Ich schrieb also einen Brief (an eMails war damals noch nicht zu denken) an den Verlag Data Becker und bat um Vertriebsunterstützung. Im August 1993 bekam ich überraschend einen Anruf von Marco Kratzenberg, der damals neben Carsten Scheibe einer der zwei Shareware-Gurus im deutschen Pressemarkt war. Marco Kratzenberg hatte den SpeedCommander in die Hände bekommen (vermutlich über Data Becker) und brachte mich nun mit dem Shareware-Vertrieb JDS Jens Driese in Kontakt. Jens und ich wurden uns schnell einig und im September 1993 ging es dann 'richtig' los.
Natürlich darf auch ein Screenshot der ersten Version nicht fehlen. Wer einmal selbst einen Ausflug in die Vergangenheit unternehmen möchte, kann sich die Version 1.01 auch herunterladen.

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